PreisträgerInnen

  • Geseko von Lüpke studierte Politologie und Ethnologie, arbeitet als Journalist für Rundfunk und Printmedien und ist Autor zahlreicher Buchpublikationen. In den neunziger Jahren spezialisierte er sich auf ökologische Fragestellungen und seit 2000 auf die Aktivitäten der internationalen Zivilgesellschaft sowie die Prozesse und Modelle kulturellen Wandels. Seine langjährigen Recherchen zu den Alternativen Nobelpreisträger- Innen führten ihn zur Arbeit als zivilgesellschaftlicher Netzwerker und Organisator von Konferenzen und Begegnungen. Im bayerischen Rundfunk und anderen öffentlich-rechtlichen Funkhäusern machte er sich einen Namen durch Features über alternative Lebensformen, interkulturellen Dialog, ganzheitliche Wissenschaft und Spiritualität.
  • Sima Samar studierte Medizin an der Universität Kabul. Ihr Ehemann wurde während der russischen Okkupation verhaftet und gilt seitdem als verschollen. Sie selbst floh nach Pakistan und arbeitete dort in einem Flüchtlingslager als Ärztin. Im Jahr 1987 gründete sie in der Grenzstadt Quetta ein Hospital für afghanische Frauen und Kinder. Auch während der Herrschaft der Taliban arbeitete sie dort weiter. 2002 wurde die afghanische Menschenrechtskommission gebildet und Sima Samar ihre Vorsitzende. Wenige Menschen sind bei Afghanistans Elite so verhasst wie sie. Die 56-Jährige ist eine unermüdliche Kritikerin, Anklägerin und Kämpferin für Recht und Gerechtigkeit. Seit 2002 erhält sie immer wieder Todesdrohungen. 2012 erhielt sie für ihre Arbeit den Alternativen Nobelpreis, im Vorfeld jedoch bereits zahlreiche andere Auszeichnungen.
  • 1983 wurde Maude Barlow die erste Beraterin für Frauenfragen des kanadischen Premierministers Pierre Trudeau. 1988 wurde sie Vorsitzende des Council of Canadians, der größten Bürgerrechtsbewegung im Land. Ende der 1990er Jahre setzte sich Barlow zusammen mit anderen Kräften der Zivilgesellschaft gegen das von der OECD geplante multilaterale Abkommen über Investitionen (MAI) ein. Sie ist u.a. Mitbegründerin der Bewegung Blue Planet Project, die das Trinkwasser vor der „Bedrohung durch Handel und Privatisierung“ schützen will. Zusammen mit dem Aktivisten Tony Clark (er war 2011 in Bregenz) erhielt sie 2005 den Alternativen Nobelpreis. Barlow kritisiert nicht nur, sie zeigt auch auf, wie Quellen und Aquifere geschützt werden können, was gegen die Machtkonzentration der Wassermultis und der wasserverschwendenden Agrarindustrie zu tun ist.
  • Seit einigen Jahren ist Jumanda Gakelebone der offizielle Sprecher der First People of Kalahiri (FPK), der Initiative, die sich intensiv für die Rechte der San einsetzt. Wichtigste Figur im jahrelangen Kampf für die traditionelle Lebensweise der Buschleute im Reservat war der Menschenrechtaktivist Roy Sesana, in seiner eigenen Sprache Tobee Tcori. 2006 gewannen die Buschleute ein wichtiges Gerichtsverfahren gegen die Regierung und damit das Recht, auf ihr Land, von dem sie vertrieben worden waren, zurückzukehren. Doch nach wie vor verfolgt die Regierung die ersten Bewohner Botswanas, um sie von ihrem Gebiet zu vertreiben. Sie dürfen nicht jagen und brauchen Genehmigungen, um das Reservat zu betreten. 2005 nahm Roy Sesana für die FPK den Alternativen Nobelpreis entgegen. Heute lebt er als traditioneller Heiler und Medizinmann am Rande des Reservates.